Wir sehen, dass Studenten mit unterschiedlichen Abschlusszielen unterschiedlich erfolgreich sind. Das ist zu erwarten. Am NC-bewehrten Studiengang BWL nehmen von vorneherein Studenten mit besseren Abiturnoten teil -- denen fallen auch die Klausuren an der Universität leichter.
Bemerkenswert ist aber, dass Frauen in der Klausur schlechter abschneiden als Männer -- und zwar für jeden der drei angestrebten Abschlüsse. Das liegt aber nicht daran, dass Frauen weniger begabt sind, sondern am unterschiedlichen Arbeitsstil. Abbildung 2 zeigt die im Durchschnitt aufgewendete Anzahl der Arbeitsstunden:
Insgesamt ist also der Arbeitseinsatz der Frauen deutlich geringer als der der Männer, und zwar vor allem in den Fächern, in denen Frauen deutlich schlechter abschneiden als Männer. Bei Männern wird der Arbeitseinsatz größer, wenn das Fach schwieriger (und die Note schlechter wird). Bei Frauen wird der Arbeitseinsatz kleiner. Frauen verteilen diesen, im Durchschnitt niedrigeneren, Arbeitseinsatz auch anders als Männer. Wir sehen in Abbildung 3 dass eher passive Tätigkeiten, wie Besuch von Vorlesungen und Übungen, von Frauen sehr viel gründlicher wahrgenommen als von Männern. Dann bleibt aber noch weniger Zeit für aktive Hausarbeit und Übungsaufgaben.Was können Sie tun? Fragen Sie sich von Zeit zu Zeit: Wie teile ich meine Arbeitszeit auf passives Lernen (Vorlesung) und aktives Lernen (allein Aufgaben rechnen) auf. Werden Sie wachsam, wenn Sie bemerken, dass Sie aktives Lernen vermeiden und statt dessen, vielleicht um Ihr Gewissen zu beruhigen, mehr passive Lehrveranstaltungen besuchen. Diese Tendenz ist bei Männer und Frauen ein Problem, die obigen Beobachtungen legen aber nahe, dass Frauen besonders aufmerksam mit diesem Problem umgehen sollten.